HERMES 2022 ist die aktuelle Version der Projektmanagement-Methode HERMES, die in der Schweiz weit verbreitet ist. Sie wurde ursprünglich von der schweizerischen Bundesverwaltung entwickelt und ist heute der Standard für das Projektmanagement im öffentlichen Sektor der Schweiz, wird aber auch von Kantonen, Gemeinden und privaten Unternehmen genutzt. HERMES ist ein offener Standard, der kostenlos verfügbar ist, was zu seiner breiten Verbreitung beigetragen hat. Die Version 2022 ist eine Weiterentwicklung, die unter anderem die Verbindung zu agilen Vorgehensweisen stärkt.
Herkunft und Verbreitung
HERMES entstand aus dem Bedarf der schweizerischen Bundesverwaltung nach einer einheitlichen, strukturierten Methode für die Durchführung von Projekten, insbesondere im Bereich der Informatik. Über die Jahre hat sich die Methode weiterentwickelt und über den Bund hinaus verbreitet. Heute ist HERMES in der Schweizer Verwaltung auf allen Ebenen verankert und wird häufig bei öffentlichen Ausschreibungen vorausgesetzt. Wer im Schweizer öffentlichen Sektor Projekte durchführt oder als Dienstleister für ihn arbeitet, kommt an HERMES kaum vorbei. Die kostenlose Verfügbarkeit als offener Standard hat diese Verbreitung wesentlich gefördert.
Die Struktur von HERMES
HERMES strukturiert Projekte über mehrere Bausteine. Phasen gliedern den zeitlichen Ablauf eines Projekts von der Initialisierung über die Konzeption und Realisierung bis zur Einführung. Module bündeln zusammengehörige Aufgaben und Ergebnisse, die je nach Projekt zusammengestellt werden. Rollen definieren die Verantwortlichkeiten der Beteiligten, von der Auftraggeberseite bis zum Projektteam. Und Ergebnisse — die Dokumente und Lieferobjekte — sind das, was in den Phasen und Modulen erzeugt wird. Diese klare Struktur sorgt für ein einheitliches Verständnis und eine nachvollziehbare Steuerung, was gerade in grösseren Organisationen und im öffentlichen Sektor wichtig ist.
Phasen und Meilensteine
Der Phasenaufbau von HERMES gibt jedem Projekt einen klaren Rahmen. Zwischen den Phasen liegen Meilensteine, an denen geprüft wird, ob das Projekt bereit ist, in die nächste Phase überzugehen. Diese Meilensteine sind Entscheidungspunkte, an denen die Auftraggeberseite den Fortgang freigibt oder Anpassungen verlangt. Dieser strukturierte Übergang stellt sicher, dass ein Projekt nicht unkontrolliert voranschreitet, sondern an definierten Punkten überprüft und gesteuert wird. Für grosse, risikobehaftete Projekte, wie sie im öffentlichen Sektor häufig sind, bietet diese Struktur Sicherheit und Nachvollziehbarkeit.
Szenarien und Anpassbarkeit
Ein wichtiges Merkmal von HERMES ist seine Anpassbarkeit über Szenarien. Nicht jedes Projekt braucht denselben Umfang an Modulen und Ergebnissen — ein kleines Projekt erfordert weniger als ein grosses, komplexes Vorhaben. HERMES bietet daher vordefinierte Szenarien für unterschiedliche Projekttypen, die die passenden Module und Ergebnisse zusammenstellen. Diese Anpassbarkeit verhindert, dass kleine Projekte unter unnötigem Verwaltungsaufwand leiden, während grosse Projekte die nötige Struktur erhalten. Die Methode lässt sich so auf die jeweilige Projektgrösse und -art zuschneiden, statt ein starres Korsett zu sein.
HERMES und agile Methoden
Eine wichtige Weiterentwicklung in HERMES 2022 betrifft die Verbindung zu agilen Vorgehensweisen. Während HERMES traditionell eher mit einem phasenorientierten, planbasierten Vorgehen assoziiert wurde, trägt die aktuelle Version dem Bedarf Rechnung, agile Methoden wie Scrum in den Rahmen zu integrieren. So lässt sich die übergeordnete Struktur und Governance von HERMES mit der iterativen, flexiblen Arbeitsweise agiler Teams verbinden. Diese Kombination erlaubt es, die Vorteile beider Welten zu nutzen: die klare Steuerung und Nachvollziehbarkeit von HERMES und die Anpassungsfähigkeit agiler Methoden in der konkreten Umsetzung.
HERMES im DACH-Kontext
HERMES ist eine spezifisch schweizerische Methode, was sie für Unternehmen, die im Schweizer Markt und besonders mit dem öffentlichen Sektor arbeiten, besonders relevant macht. Wer Projekte für Schweizer Bundesstellen, Kantone oder Gemeinden durchführt, muss HERMES in der Regel beherrschen. Auch private Unternehmen, die mit der Verwaltung zusammenarbeiten oder eine bewährte, frei verfügbare Methode suchen, setzen HERMES ein. Für Innopulse, mit Sitz in der Schweiz und Erfahrung im öffentlichen Sektor, gehört HERMES zum methodischen Repertoire — und ist einer der Kurse in der PM-Akademie des Produkts Flenio, das HERMES neben anderen Methoden vermittelt.
Fazit
Die Rollen in HERMES
HERMES definiert ein klares Rollenmodell, das die Verantwortlichkeiten in einem Projekt ordnet. Auf der Auftraggeberseite steht die Verantwortung für die strategische Steuerung und die Freigabe der Phasen. Die Projektleitung verantwortet die operative Führung des Projekts. Spezialisierte Rollen übernehmen fachliche Aufgaben wie die Anforderungsentwicklung, die Lösungsgestaltung oder die Qualitätssicherung. Dieses Rollenmodell sorgt dafür, dass die verschiedenen Aufgaben klar zugeordnet sind und niemand im Unklaren über seine Verantwortung bleibt. Gerade in grösseren Projekten und im öffentlichen Sektor, wo viele Beteiligte mitwirken, schafft diese klare Rollenverteilung Ordnung und vermeidet Reibungsverluste durch unklare Zuständigkeiten. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil der Struktur, die HERMES bietet.
HERMES richtig anwenden
Eine verbreitete Sorge bei HERMES ist, die Methode könne zu viel Verwaltungsaufwand erzeugen. Diese Gefahr besteht, wenn HERMES unreflektiert in vollem Umfang auf jedes Projekt angewandt wird. Die Methode ist jedoch ausdrücklich auf Anpassung über Szenarien ausgelegt: Ein kleines Projekt soll nur die nötigen Module und Ergebnisse nutzen, nicht den vollen Umfang. Richtig angewandt, gibt HERMES gerade so viel Struktur, wie ein Projekt seiner Grösse und seinem Risiko entsprechend braucht. Der Schlüssel liegt darin, das passende Szenario zu wählen und die Methode als hilfreiches Gerüst statt als bürokratische Pflichtübung zu begreifen. So entfaltet HERMES seinen Wert, ohne zur Last zu werden.
Fazit zu HERMES 2022
HERMES 2022 ist die aktuelle Version der weit verbreiteten Schweizer Projektmanagement-Methode, die als offener, kostenloser Standard besonders im öffentlichen Sektor verankert ist. Mit ihren Phasen, Modulen, Rollen und Ergebnissen, ihrer Anpassbarkeit über Szenarien und der in der aktuellen Version gestärkten Verbindung zu agilen Methoden bietet sie ein flexibles, bewährtes Gerüst. Richtig angewandt — mit dem passenden Szenario und als Hilfe statt Bürokratie — gibt HERMES jedem Projekt die angemessene Struktur. Für Unternehmen, die im Schweizer Markt und mit der Verwaltung arbeiten, ist HERMES eine zentrale Methode, die Innopulse in der PM-Akademie von Flenio vermittelt.
HERMES und die Zertifizierung
Rund um HERMES hat sich ein Ökosystem aus Schulungen und Zertifizierungen gebildet. Wer mit der Methode arbeitet, kann sein Wissen durch anerkannte Zertifikate nachweisen, was besonders im öffentlichen Sektor und bei Ausschreibungen von Vorteil ist. Diese Zertifizierungen bestätigen, dass eine Person die Methode beherrscht und in Projekten korrekt anwenden kann. Für Dienstleister, die für die Schweizer Verwaltung arbeiten wollen, kann der Nachweis von HERMES-Kompetenz ein wichtiges Kriterium sein. Das verfügbare Schulungsangebot reicht von einführenden Kursen bis zu vertiefenden Programmen für Projektleitende. Innopulse vermittelt HERMES-Wissen neben anderen Methoden in der PM-Akademie seines Produkts Flenio und macht die Methode so für Teams praxisnah zugänglich.
HERMES 2022 ist die aktuelle Version der weit verbreiteten Schweizer Projektmanagement-Methode, die als offener, kostenloser Standard besonders im öffentlichen Sektor verankert ist. Sie strukturiert Projekte über Phasen, Module, Rollen und Ergebnisse, ist über Szenarien an die Projektgrösse anpassbar und lässt sich in der aktuellen Version mit agilen Methoden kombinieren. Für Unternehmen, die im Schweizer Markt und mit der Verwaltung arbeiten, ist HERMES eine zentrale Methode, deren Beherrschung oft vorausgesetzt wird.
