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Innopulse Consulting
SaaS-Kennzahlen

Was ist ARR?

Kurzdefinition

ARR bezeichnet den auf ein Jahr hochgerechneten wiederkehrenden Umsatz aus laufenden Abonnements. Er zählt ausschliesslich verlässlich wiederkehrende Erlöse — einmalige Einnahmen wie Setup-Gebühren, Schulungen oder Projektarbeit gehören ausdrücklich nicht hinein, weil sie über die Verlässlichkeit der Erlösbasis nichts aussagen.

ARR, Annual Recurring Revenue, bezeichnet den auf ein Jahr hochgerechneten wiederkehrenden Umsatz aus laufenden Abonnements. Die Kennzahl beantwortet eine einzige Frage: Wie viel Umsatz erzeugt der aktuelle Kundenbestand in den nächsten zwölf Monaten, wenn sich nichts ändert?

Was hineinzählt und was nicht

Der Kern der Definition liegt im Wort wiederkehrend. Hinein gehören Abonnementgebühren und vertraglich zugesagte, wiederkehrende Leistungen. Nicht hinein gehören Einrichtungsgebühren, Schulungen, Beratungstage, Migrationsprojekte und alles andere, was einmalig anfällt. Diese Abgrenzung wirkt pedantisch und ist der eigentliche Zweck der Kennzahl: Ein ARR, in dem Projektumsatz steckt, sagt nichts mehr über die Verlässlichkeit der Erlösbasis aus.

Das Verhältnis zu MRR

ARR und MRR beschreiben dasselbe aus zwei Blickwinkeln; rechnerisch ist ARR schlicht der zwölffache MRR. Welche Grösse verwendet wird, folgt dem Geschäftsmodell. Produkte mit monatlicher Abrechnung und häufigen Veränderungen im Bestand berichten meist in MRR, weil die monatliche Betrachtung die Bewegung besser abbildet. Produkte mit Jahresverträgen berichten in ARR, weil die monatliche Aufteilung dort eine Genauigkeit vortäuscht, die es nicht gibt.

Die Bewegungsgrössen

Der ARR-Stand allein sagt wenig. Aufschlussreich wird er erst zerlegt in seine Bewegungen: Neukunden, Ausweitungen bestehender Verträge, Herabstufungen und Kündigungen. Zwei Unternehmen mit identischem ARR-Wachstum können völlig verschieden dastehen — eines wächst aus dem Bestand heraus, das andere ersetzt mit Neukunden, was es an Kündigungen verliert. Nur die zweite Betrachtung zeigt, ob das Produkt trägt.

Häufige Fehler

Drei Fehler machen die Zahl unbrauchbar. Erstens die Aufnahme einmaliger Erlöse, wie beschrieben. Zweitens die Hochrechnung eines besonders guten Monats — der ARR bildet den Bestand ab, nicht den besten Verlauf. Drittens die Aufnahme unterschriebener, aber noch nicht gestarteter Verträge; die gehören in eine eigene Grösse, nicht in den laufenden Bestand.

Warum die Abgrenzung geschäftlich zählt

Bei Finanzierungen und Verkäufen wird ARR geprüft, nicht geglaubt. Eine Zahl, in der Projektumsatz oder unterschriebene Absichten stecken, fällt in der Prüfung auf und beschädigt die Glaubwürdigkeit aller anderen Angaben mit. Wer die Abgrenzung von Anfang an sauber führt, hat später keine Korrektur zu erklären.

Praktische Konsequenz

Sinnvoll ist, ARR und Nicht-ARR-Umsatz getrennt zu führen und beide zu berichten. Einmalige Erlöse sind kein Makel — sie sind nur eine andere Erlösart mit anderer Verlässlichkeit. Der Fehler entsteht nicht dadurch, dass es sie gibt, sondern dadurch, dass sie in eine Kennzahl geraten, die sie ausdrücklich ausschliesst.

SaaS-Kennzahlen ist unser Fachgebiet

Innopulse erklärt nicht nur Begriffe — wir setzen sie für DACH-Unternehmen in die Praxis um.