Fliore für illiquide Beteiligungen: bewerten, was keinen Kurs hat
Aktualisiert: 2026-09
Illiquide Positionen haben keinen täglichen Kurs, und genau das macht die Gesamtsicht schwierig: Eine Bewertung von vor einem Jahr steht neben einem tagesaktuellen Kurs. Belastbar wird die Sicht erst, wenn jede Bewertung ihr Datum und ihre Grundlage mitführt.
In vielen Vermögen machen illiquide Positionen einen erheblichen Teil aus: Direktbeteiligungen an Unternehmen, geschlossene Fonds, Immobilien, gelegentlich Sachwerte. Für keine davon gibt es einen täglichen Kurs.
Das erzeugt ein Darstellungsproblem. In einer Gesamtübersicht steht eine Bewertung, die auf einem Jahresabschluss oder einem Kapitalkontoauszug beruht, direkt neben einer tagesaktuellen Kursposition. Beide sehen gleich aus und sind es nicht.
Wer diese Unterscheidung nicht führt, erhält eine Allokationsübersicht, deren illiquider Teil stabil wirkt, weil er sich einfach nicht bewegt. Daraus abgeleitete Aussagen über Risiko und Verteilung sind irreführend — und im Gespräch mit der Familie schwer zu korrigieren, wenn sie einmal so dargestellt wurden.
So geht’s
- 01
Jede Bewertung mit Datum und Grundlage führen
Ohne beides ist eine Zahl für illiquide Positionen nicht interpretierbar. Das Datum ist dabei so wichtig wie der Betrag.
- 02
Bewertungsanlässe festlegen
Wann wird neu bewertet — bei Jahresabschluss, bei einer Finanzierungsrunde, bei einem Kapitalabruf? Diese Regel gehört vorab definiert, nicht im Einzelfall entschieden.
- 03
Zusagen und Abrufe getrennt führen
Bei geschlossenen Strukturen sind zugesagtes und abgerufenes Kapital verschiedene Grössen. Die Vermischung verfälscht sowohl Allokation als auch Liquiditätsplanung.
- 04
Liquiditätsbedarf aus offenen Zusagen ableiten
Nicht abgerufene Zusagen sind eine künftige Zahlungsverpflichtung. Sie gehören in die Planung, nicht nur in die Vermögensübersicht.
- 05
Illiquide Anteile in der Darstellung kennzeichnen
Eine Übersicht, die nicht unterscheidet, suggeriert eine Vergleichbarkeit, die nicht besteht.
- 06
Bewertungshistorie erhalten
Frühere Bewertungen zu überschreiben nimmt die Möglichkeit, den Verlauf nachzuvollziehen — und die wird bei Nachfragen gebraucht.
Warum es hier passt
Fliore führt Bewertungen mit Datum und Grundlage statt als blosse Zahl — bei illiquiden Positionen ist das der Unterschied zwischen Information und Schein.
Die Look-Through-Konsolidierung zeigt, was hinter einer Beteiligungsstruktur tatsächlich liegt, statt sie als eine undifferenzierte Position zu führen.
Zusagen, Abrufe und Ausschüttungen lassen sich getrennt führen — die Grundlage jeder belastbaren Liquiditätsplanung bei geschlossenen Strukturen.
Häufige Fragen
Wie oft sollten illiquide Positionen neu bewertet werden?
Das hängt an der Art der Position und der verfügbaren Grundlage. Wichtiger als ein fester Rhythmus ist, dass der Anlass definiert ist und das Datum mitgeführt wird.
Welche Bewertungsgrundlage ist die richtige?
Das ist eine fachliche Frage im Einzelfall und gehört mit den zuständigen Beratern geklärt. Fliore hält die Bewertung samt Grundlage nachvollziehbar, trifft sie aber nicht.
Warum Zusagen und Abrufe trennen?
Weil zugesagtes Kapital eine künftige Zahlungsverpflichtung ist, abgerufenes dagegen bereits investiert. Vermischt führen beide zu falscher Allokation und falscher Liquiditätsplanung.
Wie stellt man illiquide Anteile gegenüber der Familie dar?
Gekennzeichnet und mit Bewertungsdatum. Eine Darstellung, die nicht unterscheidet, erzeugt Erwartungen, die später korrigiert werden müssen.
Was ist mit Immobilien?
Sie folgen derselben Logik: Bewertung mit Datum und Grundlage, definierter Bewertungsanlass, und keine Gleichsetzung mit liquiden Positionen.
FLIORE
Fliore führt Bewertungen mit Datum und Grundlage statt als blosse Zahl — bei illiquiden Positionen ist das der Unterschied zwischen Information und Schein.
Die Look-Through-Konsolidierung zeigt, was hinter einer Beteiligungsstruktur tatsächlich liegt, statt sie als eine undifferenzierte Position zu führen.
Zusagen, Abrufe und Ausschüttungen lassen sich getrennt führen — die Grundlage jeder belastbaren Liquiditätsplanung bei geschlossenen Strukturen.
