Die Definition of Done ist eine vom Team gemeinsam vereinbarte Liste von Bedingungen, die jede Arbeit erfüllen muss, um als abgeschlossen zu gelten. Sie ist kein Prozessdokument, sondern eine Verständigung darüber, was das Wort fertig in diesem Team bedeutet.
Welches Problem sie löst
Ohne gemeinsame Definition bedeutet fertig für jeden etwas anderes. Für den einen ist es fertig, wenn der Code geschrieben ist. Für den anderen, wenn er geprüft wurde. Für den Dritten, wenn er im Betrieb läuft und dokumentiert ist. Diese Unschärfe erzeugt zwei wiederkehrende Probleme: Arbeit wird als abgeschlossen gemeldet und kommt zurück, und der tatsächliche Fortschritt eines Vorhabens ist nicht ablesbar, weil die Meldungen unterschiedliche Zustände beschreiben.
Was hineingehört
Sinnvolle Bedingungen sind überprüfbar und gelten unabhängig von der konkreten Aufgabe. Typisch sind: geprüft von einer zweiten Person, automatisierte Prüfungen bestehen, Dokumentation aktualisiert, im Zielsystem lauffähig, keine bekannten offenen Mängel. Was nicht hineingehört, sind Bedingungen, die nur für bestimmte Aufgaben gelten — die gehören in die Akzeptanzkriterien der einzelnen Aufgabe.
Abgrenzung zu Akzeptanzkriterien
Die beiden werden regelmässig verwechselt. Die Definition of Done gilt für alle Arbeiten gleich und beschreibt die Qualitätsschwelle. Akzeptanzkriterien gelten für eine einzelne Aufgabe und beschreiben, was diese konkret leisten muss. Beides zusammen bestimmt, ob eine Arbeit abgeschlossen ist: Sie muss ihre eigenen Kriterien erfüllen und zusätzlich die allgemeine Schwelle.
Sie gehört dem Team
Eine von aussen vorgegebene Definition wirkt selten. Ihr Nutzen entsteht daraus, dass das Team sie selbst vereinbart hat und sich deshalb daran gebunden fühlt. Ebenso wichtig ist, dass sie erfüllbar bleibt: Eine Liste mit zwanzig Punkten, die niemand vollständig abarbeitet, wird zur Fiktion und entwertet auch die sinnvollen Punkte darin.
Erweitern statt aufweichen
Eine gute Definition wächst mit dem Team. Wenn wiederholt dieselbe Art von Mangel durchrutscht, gehört eine entsprechende Bedingung ergänzt. Der umgekehrte Weg — Bedingungen streichen, weil sie unter Zeitdruck stören — ist der Anfang vom Ende: Was einmal unter Druck weggelassen wurde, kommt selten zurück.
Praktische Konsequenz
Fünf bis acht überprüfbare Bedingungen, vom Team selbst vereinbart und sichtbar aufgehängt, lösen den grössten Teil des Problems. Die Frage, ob etwas fertig ist, wird damit von einer Meinung zu einer Prüfung — und genau das ist der Zweck.
