KI-Kompetenz nach Artikel 4: was ein KMU konkret tun muss
Aktualisiert: 2026-09
Artikel 4 des EU AI Act verpflichtet Anbieter und Betreiber, für ein ausreichendes Mass an KI-Kompetenz beim eigenen Personal zu sorgen. Für KMU heisst das praktisch: wissen, welche KI im Haus läuft, die betroffenen Rollen benennen, passend schulen und die Teilnahme dokumentieren.
Die meisten kleinen und mittleren Unternehmen setzen längst KI ein, ohne dass jemand das je entschieden hätte. Ein Sprachmodell im Marketing, ein Übersetzungsdienst im Verkauf, eine Assistenzfunktion in der Buchhaltungssoftware, die still eingeführt wurde. Nirgends steht, wer davon weiss und wer verstanden hat, was das Werkzeug tut.
Genau an diesem Punkt setzt Artikel 4 an. Er verlangt keinen Lehrgang und keine Zertifikatspflicht, sondern ein ausreichendes Mass an Kompetenz — bemessen an Rolle, Einsatzkontext und den Personen, die von den Ergebnissen betroffen sind. Der praktische Stolperstein für KMU ist selten das Wissen. Es ist die Frage, wie sich im Prüffall belegen lässt, dass dieses Wissen vorhanden ist.
So geht’s
- 01
KI-Einsatz im Haus sichtbar machen
Eine schlichte Liste aller Werkzeuge mit KI-Funktion, inklusive der Funktionen, die in bestehender Software nachträglich dazugekommen sind. Ohne diese Liste lässt sich der Umfang der Schulungspflicht gar nicht bestimmen.
- 02
Rollen statt Köpfe betrachten
Unterscheiden Sie zwischen Personen, die KI-Systeme auswählen oder betreiben, und solchen, die sie gelegentlich anwenden. Der geforderte Kompetenzgrad unterscheidet sich erheblich und rechtfertigt unterschiedliche Schulungstiefen.
- 03
Passende Schulungsform je Rolle wählen
Für Verantwortungsrollen ein strukturierter Kurs mit Zertifikat, für die breite Anwenderschaft eine dokumentierte interne Unterweisung. Ein einheitliches Programm für alle ist entweder zu oberflächlich oder unnötig teuer.
- 04
Teilnahme prüffähig festhalten
Name, Datum, Inhalt und Rollenbezug. Diese vier Angaben entscheiden im Prüffall, ob eine Schulung als Nachweis taugt — nicht die Qualität der Folien.
- 05
Auslöser für die Auffrischung definieren
Legen Sie fest, wann nachgeschult wird: bei Eintritt neuer Personen, bei wesentlicher Änderung des KI-Einsatzes und bei neuen Leitlinien. Ein Datum im Kalender ist belastbarer als ein guter Vorsatz.
Warum es hier passt
Innopulse Academy richtet sich an Betriebe ohne Compliance-Abteilung: Der Kurs vermittelt die Systematik des AI Act an Beispielen aus dem KMU-Alltag statt an Konzernstrukturen.
Das verifizierbare Zertifikat löst genau den Teil, an dem es intern meist scheitert — den Nachweis. Wer teilgenommen hat, hat einen Beleg, der unabhängig von Ihrer internen Ablage Bestand hat.
Häufige Fragen
Gilt Artikel 4 auch für Schweizer KMU?
Die Schweiz hat den AI Act nicht übernommen. Betroffen sind Schweizer Unternehmen dennoch, wenn sie KI-Systeme in der EU auf den Markt bringen oder deren Ergebnisse in der EU verwendet werden — was bei Software- und Dienstleistungsanbietern regelmässig vorkommt.
Reicht eine einmalige Schulung für alle Zeit?
Der Rechtsakt nennt keinen Turnus, aber ein Nachweis von 2025 sagt wenig über den Systemeinsatz von heute. Sinnvoll ist eine Auffrischung, sobald sich der Einsatz wesentlich verändert oder neue Leitlinien vorliegen.
Was ist ein ausreichendes Mass an Kompetenz?
Der Rechtsakt definiert keinen Schwellenwert. Massstab sind die technischen Kenntnisse, die Erfahrung und der Kontext der jeweiligen Person sowie die Personen, gegenüber denen das System eingesetzt wird. Eine dokumentierte Abwägung ist besser als eine Zahl.
Müssen auch Aushilfen und Temporärkräfte geschult werden?
Entscheidend ist die Tätigkeit, nicht die Anstellungsform. Wer im Auftrag des Unternehmens mit einem KI-System arbeitet, fällt in die Betrachtung. Bei kurzen Einsätzen genügt meist eine knappe, dokumentierte Unterweisung.
Innopulse Academy
Innopulse Academy richtet sich an Betriebe ohne Compliance-Abteilung: Der Kurs vermittelt die Systematik des AI Act an Beispielen aus dem KMU-Alltag statt an Konzernstrukturen.
Das verifizierbare Zertifikat löst genau den Teil, an dem es intern meist scheitert — den Nachweis. Wer teilgenommen hat, hat einen Beleg, der unabhängig von Ihrer internen Ablage Bestand hat.
