Suchmaschinen erfahren von Änderungen traditionell durch Crawling: Sie rufen Seiten in Abständen erneut ab. Das ist ineffizient für beide Seiten. IndexNow dreht das Prinzip um: Die Website meldet, was sich geändert hat, und die Suchmaschine kann gezielt crawlen.
Wie es funktioniert
Die Website erzeugt einen Schlüssel und legt ihn als Textdatei auf dem eigenen Server ab, um die Inhaberschaft zu belegen. Bei einer Änderung sendet sie die betroffene URL oder eine Liste von URLs zusammen mit dem Schlüssel an einen IndexNow-Endpunkt. Teilnehmende Suchmaschinen teilen die Meldungen untereinander, sodass eine Meldung an einen Endpunkt genügt.
Wer es unterstützt
Eingeführt wurde IndexNow 2021 von Microsoft Bing und Yandex. Weitere Suchmaschinen wie Seznam und Naver haben sich angeschlossen. Google hat das Protokoll getestet, nutzt es aber bislang nicht für die Indexierung. Für Google bleiben die Sitemap, interne Verlinkung und die URL-Prüfung in der Search Console die Mittel der Wahl.
Warum es trotzdem relevant ist
Bing ist nicht nur eine eigene Suchmaschine, sondern eine Datenquelle für weitere Dienste, darunter KI-Assistenten mit Websuche. Schnellere Aktualität bei Bing kann deshalb auch für die Sichtbarkeit in KI-Antworten nützlich sein. Für Websites mit häufigen Änderungen, etwa Shops, Stellenportale oder Seiten mit Programmatic SEO, sinkt die Zeit bis zur Aktualisierung spürbar.
Umsetzung
Viele CMS und Plugins unterstützen IndexNow direkt. In eigenen Anwendungen wie Next.js wird der Schlüssel als statische Datei ausgeliefert und nach einem Deployment eine Liste der geänderten URLs gemeldet, etwa in einem Post-Deploy-Schritt der CI/CD-Pipeline. Wichtig ist, nur tatsächlich geänderte, indexierbare URLs zu melden; wahlloses Massenmelden bringt nichts und kann ignoriert werden.
Grenzen
IndexNow beschleunigt die Entdeckung, nicht die Bewertung. Eine dünne oder doppelte Seite wird durch eine Meldung nicht indexiert. Und es ersetzt weder eine saubere Sitemap noch eine gute interne Verlinkung. Wir richten IndexNow im Rahmen von Technical-SEO-Audits dort ein, wo häufige Änderungen es rechtfertigen.
