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Supabase vs. Firebase: EU Data Residency im Detail-Vergleich

Für DACH-SaaS: Supabase (EU Frankfurt) vs. Firebase (global US-centric). DSGVO, Latenz, Kosten, Features und die ehrliche Compliance-Realität.

Leutrim Miftaraj
Leutrim Miftaraj
Gründer & CEO
·7 min Lesezeit

Die Wahl zwischen Supabase und Firebase wird in DACH-Projekten meist über die Datenresidenz entschieden, und das ist auch der richtige Ausgangspunkt. Der Vergleich lohnt sich trotzdem breiter, weil die beiden Plattformen unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie eine Anwendung mit ihren Daten umgeht.

Der Unterschied, der die Architektur prägt

Supabase setzt auf PostgreSQL — eine relationale Datenbank mit Schema, Fremdschlüsseln, Transaktionen und der Möglichkeit, Zugriffsregeln in der Datenbank selbst durchzusetzen. Firestore ist eine Dokumentendatenbank mit einer eigenen Regelsprache und einem Abfragemodell, das bestimmte Zugriffsmuster erzwingt.

Für Anwendungen mit vielen Beziehungen zwischen Objekten — was auf B2B-Software fast immer zutrifft — ist das relationale Modell der geringere Widerstand. Für Anwendungen mit einfachen, aber sehr häufigen Zugriffen und starkem Echtzeitanteil kann das Dokumentenmodell praktikabler sein.

Der Wechsel zwischen beiden ist keine Migration, sondern eine Neuimplementierung der Datenschicht. Diese Entscheidung ist die am wenigsten reversible im Projekt.

Datenresidenz

Supabase erlaubt die Wahl der Region beim Anlegen des Projekts, mit EU-Regionen im Angebot. Firebase-Dienste unterscheiden sich in ihrer Regionalisierung erheblich: Manche erlauben eine Regionsauswahl, andere sind faktisch global oder auf bestimmte Standorte festgelegt.

Wichtig ist, dass die Frage nicht mit der Hauptdatenbank endet. Zu prüfen sind ebenso: Dateiablage, Authentifizierung, Protokolle, Sicherungen und die Werkzeuge, über die Support-Zugriffe laufen. In der Praxis ist genau diese Liste der Punkt, an dem Beschaffungsfragebogen grösserer Kunden ansetzen.

Beide Anbieter ändern ihre Angebote laufend. Wer heute plant, sollte die Regionalisierung je Dienst beim Anbieter aktuell prüfen statt sich auf eine allgemeine Aussage zu verlassen.

Zugriffskontrolle

Bei Supabase liegt die Zugriffskontrolle in der Datenbank, über Row Level Security. Der Vorteil ist, dass sie auch dann greift, wenn eine Abfrage aus einem unerwarteten Pfad kommt. Der Preis sind Regeln, die man verstehen muss, und Fehlersuche, die zunächst ungewohnt ist.

Bei Firestore liegt sie in einer eigenen Regeldatei, die zwischen Client und Datenbank steht. Das ist gut testbar und für einfache Modelle schnell geschrieben, wird aber unübersichtlich, sobald Berechtigungen von Beziehungen zwischen Dokumenten abhängen.

In beiden Fällen gilt: Eine Anwendung, die ausschliesslich über einen serverseitigen Schlüssel zugreift und die Berechtigungen im eigenen Code prüft, verschenkt diese Schutzebene. Das kann eine bewusste Entscheidung sein, sollte aber eine sein.

Kosten

Beide Modelle sind nutzungsabhängig, aber sie messen Unterschiedliches. Firestore rechnet stark über Lese- und Schreibvorgänge ab, was Anwendungen mit vielen kleinen Zugriffen teuer machen kann. Supabase rechnet eher über Rechenleistung, Speicher und Datenverkehr.

Daraus folgt kein Sieger, sondern eine Prüfaufgabe: das erwartete Zugriffsmuster gegen die aktuellen Preisseiten rechnen, bevor die Entscheidung fällt. Ein Dashboard, das bei jedem Aufruf viele Dokumente liest, verhält sich in den beiden Modellen sehr unterschiedlich.

Bindung an den Anbieter

Hier liegt ein realer Unterschied. PostgreSQL ist ein offener Standard mit vielen Betreibern; ein Wechsel von Supabase zu einem anderen Anbieter oder in den Eigenbetrieb ist Arbeit, aber ein bekannter Pfad. Firestore ist ein proprietärer Dienst; ein Wechsel bedeutet, das Datenmodell neu zu denken.

Wer über eine mögliche Anforderung nach Eigenbetrieb nachdenkt — bei Kunden aus dem öffentlichen Sektor oder aus regulierten Branchen keine Seltenheit —, sollte das in die Entscheidung einbeziehen.

Wann welche Wahl trägt

Für ein B2B-SaaS im DACH-Raum mit relationalem Datenmodell, Anforderungen an die Datenresidenz und der Aussicht auf Beschaffungsfragebogen ist Supabase in aller Regel der geringere Widerstand.

Für Anwendungen mit starkem mobilem Anteil, einfachem Datenmodell, hohem Echtzeitbedarf und einem Team, das bereits in der Google-Plattform arbeitet, kann Firebase die schnellere Wahl bleiben. Der Preis ist die geringere Beweglichkeit bei der Datenresidenz.

Über den Autor
Leutrim Miftaraj
Leutrim Miftaraj
Gründer & CEO · Innopulse Consulting

Gründer und leitender Ingenieur von Innopulse Consulting. MSc Innovation Management (FFHS). Autor von „Identity Over Discipline".

Topics
supabase vs firebaseeu data residencyfirebase dsgvo
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