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Family Office

Was ist eine politisch exponierte Person (PEP)?

Kurzdefinition

Eine politisch exponierte Person ist jemand, der eine bedeutende öffentliche Funktion ausübt oder ausgeübt hat, sowie deren nahe Angehörige und nahestehende Personen. Der Status bedeutet keinen Vorwurf, sondern löst erhöhte Sorgfaltspflichten aus.

Eine politisch exponierte Person, meist als PEP abgekürzt, ist eine Person, die eine bedeutende öffentliche Funktion ausübt oder ausgeübt hat. Der Begriff erfasst neben der Person selbst auch ihre nahen Angehörigen und ihr nahestehende Personen. Für Finanzintermediäre und für Praxen, die mit ihnen zusammenarbeiten, löst dieser Status erhöhte Sorgfaltspflichten aus.

Warum es die Kategorie gibt

Der Gedanke hinter der Kategorie ist einfach: Wer über bedeutende öffentliche Funktionen verfügt, hat potenziell Einfluss auf die Vergabe von Mitteln, Bewilligungen oder Aufträgen. Damit besteht ein abstrakt erhöhtes Risiko, dass Vermögenswerte aus Korruption oder Amtsmissbrauch stammen könnten. Die erhöhte Sorgfalt reagiert auf dieses abstrakte Risiko — sie ist eine Vorsichtsmassnahme und kein Verdacht gegen die betroffene Person.

Der Status ist kein Vorwurf

Dieser Punkt wird in der Praxis regelmässig missverstanden, auch von den Betroffenen selbst. Als PEP eingestuft zu werden bedeutet nicht, dass etwas beanstandet wird. Es bedeutet, dass die Geschäftsbeziehung sorgfältiger dokumentiert und die Herkunft der Vermögenswerte genauer nachvollzogen wird. Eine Praxis, die das offen und sachlich kommuniziert, vermeidet unnötige Reibung — und eine, die den Status verschweigt oder umgeht, schafft sich ein deutlich grösseres Problem.

Welche Funktionen erfasst sind

Die Regelwerke unterscheiden typischerweise zwischen inländischen und ausländischen Funktionen sowie Funktionen bei internationalen Organisationen. Erfasst sind bedeutende öffentliche Ämter — etwa in Regierung, Parlament, oberster Verwaltung, Justiz, Militärführung oder in der Leitung staatlicher Unternehmen. Die genaue Abgrenzung ergibt sich aus dem anwendbaren Recht und unterscheidet sich je nach Jurisdiktion. Bei ausländischen PEP gelten häufig strengere Anforderungen als bei inländischen.

Angehörige und nahestehende Personen

Der Kreis reicht über die Person selbst hinaus. Erfasst sind nahe Familienangehörige sowie Personen, die der PEP aus geschäftlichen oder anderen Gründen erkennbar nahestehen — etwa Mitinhaber einer Gesellschaft oder wirtschaftlich Berechtigte einer Struktur, die im Interesse der PEP errichtet wurde. Dieser erweiterte Kreis ist in der Praxis der schwierigere Teil, weil er nicht aus einem Register hervorgeht, sondern aus der Kenntnis der Struktur und der Beziehungen.

Was erhöhte Sorgfalt konkret bedeutet

Erhöhte Sorgfalt heisst typischerweise: zusätzliche Abklärungen zur Herkunft der Vermögenswerte, eine Entscheidung über die Aufnahme oder Fortführung der Beziehung auf einer höheren Verantwortungsebene, engmaschigere laufende Überwachung und häufigere periodische Überprüfungen. Der konkrete Umfang richtet sich nach dem anwendbaren Recht und der eigenen Risikoeinstufung — und beides gehört dokumentiert.

Der Status ändert sich

Eine Person kann durch eine Wahl oder Ernennung zur PEP werden, und der Status kann nach dem Ausscheiden aus dem Amt über eine gewisse Zeit fortwirken. Eine Prüfung, die beim Onboarding einmal erfolgt ist, bildet diese Veränderung nicht ab. Deshalb gehört das Screening an einen wiederkehrenden Kontrollzyklus gebunden. Die Beurteilung und die daraus folgenden Massnahmen bleiben in jedem Fall Aufgabe der verantwortlichen Compliance-Funktion; ein System macht sichtbar, wer betroffen ist und wann eine Überprüfung fällig wird.

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