Die Search Console ist die einzige Quelle, die zeigt, wofür eine Website tatsächlich gefunden wird — nicht wofür sie optimiert wurde. Der Unterschied zwischen diesen beiden Listen ist bei den meisten Websites erheblich und die nützlichste Information überhaupt.
Der Bericht, mit dem man anfängt
Der Leistungsbericht zeigt Anfragen, Einblendungen, Klicks und Position. Die Standardansicht über alle Anfragen hinweg ist wenig aussagekräftig; interessant wird es beim Filtern.
Der erste sinnvolle Filter ist das Land. Für Anbieter im deutschsprachigen Raum liegen die Zahlen für die Schweiz, Deutschland und Österreich oft weit auseinander, und die Gesamtzahl verdeckt das.
Wer sich vor allem für einen Markt interessiert, sollte die Ansicht auf dieses Land beschränken. Eine gute Gesamtposition, die von einem Nachbarland getragen wird, ist für die eigene Marktbearbeitung wertlos.
Die Anfragen, an denen die meiste Arbeit steckt
Am ergiebigsten sind Anfragen mit vielen Einblendungen, wenigen Klicks und einer Position knapp ausserhalb der Sichtbarkeit. Sie zeigen Themen, für die eine Seite bereits als relevant gilt, aber nicht weit genug oben steht.
Die zweite ergiebige Gruppe sind Anfragen mit guter Position und schlechter Klickrate. Dort ist meist der Titel oder die Beschreibung das Problem, nicht der Inhalt — und das ist eine Änderung von Minuten mit unmittelbarer Wirkung.
Die dritte Gruppe sind Anfragen, für die eine unerwartete Seite erscheint. Das ist ein Hinweis auf Kannibalisierung: Zwei Seiten behandeln dieselbe Frage, und die Suchmaschine wählt die andere.
Was der Indexierungsbericht sagt
Der Abdeckungsbericht unterscheidet zwischen Seiten, die aufgenommen wurden, und solchen, die es nicht wurden — mit Begründung. Zwei Zustände sind besonders aussagekräftig.
Gefunden, aber nicht gecrawlt bedeutet, dass die Adresse bekannt ist und die Suchmaschine sie nicht für wichtig genug hielt. Das ist häufig ein Hinweis auf schwache interne Verlinkung.
Gecrawlt, aber nicht indexiert bedeutet, dass der Inhalt gesehen und für nicht aufnahmewürdig befunden wurde. Das ist kein technisches Problem, sondern eine inhaltliche Aussage — und der wichtigste Hinweis darauf, dass Seiten zu dünn oder zu ähnlich sind.
Bei programmatisch erzeugten Seiten lohnt es sich, diesen Zustand besonders zu beobachten. Er ist das früheste verlässliche Signal dafür, dass ein Ansatz nicht trägt.
Die Grenzen der Daten
Die Oberfläche zeigt nicht alle Anfragen. Aus Datenschutzgründen werden seltene Anfragen weggelassen, weshalb die Summe der einzelnen Zeilen nicht der Gesamtzahl entspricht. Das ist kein Fehler und lässt sich nicht umgehen.
Die Position ist ein Durchschnitt über sehr unterschiedliche Situationen — Geräte, Orte, Personalisierung. Sie eignet sich für Vergleiche über die Zeit, nicht als absolute Aussage.
Und die Daten sind verzögert. Für die Beurteilung einer gestrigen Änderung ist die Oberfläche nicht das richtige Werkzeug.
Wofür sich der Zugriff über die Schnittstelle lohnt
Die Oberfläche zeigt eine begrenzte Zahl von Zeilen und einen begrenzten Zeitraum. Wer den Bestand systematisch auswerten will, kommt an der Schnittstelle nicht vorbei.
Der lohnendste Anwendungsfall ist eine laufende Ablage der Daten in einer eigenen Datenbank. Damit lassen sich Zeiträume vergleichen, die über den Aufbewahrungszeitraum der Oberfläche hinausgehen — und das ist die Voraussetzung, um die Wirkung einer Massnahme nach Monaten noch beurteilen zu können.
Der häufigste Auswertungsfehler
Positionen einzelner Begriffe zu verfolgen, führt in die Irre. Sie schwanken, sind personalisiert und sagen wenig über den Verkehr aus.
Aussagekräftiger ist die Zahl unterschiedlicher Anfragen, für die überhaupt Einblendungen entstehen. Wächst diese Zahl, wird ein Themenfeld abgedeckt. Das ist die Grösse, die bei inhaltlicher Arbeit tatsächlich reagiert.

