Interne Verlinkung ist der Hebel mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung — und der am seltensten systematisch bearbeitete. Der Grund ist, dass sie unsichtbar ist: Eine schlecht verlinkte Website sieht aus wie eine gut verlinkte.
Was Verweise leisten
Sie machen Seiten auffindbar. Eine Seite ohne eingehende interne Verweise wird von Suchmaschinen kaum erreicht, selbst wenn sie in der Sitemap steht.
Sie verteilen Relevanz. Seiten, auf die viel verwiesen wird, gelten als wichtiger — und diese Bewertung lässt sich innerhalb der eigenen Website steuern.
Und sie geben über den Verweistext einen Hinweis darauf, worum es auf der Zielseite geht.
Die beiden Kennzahlen, die zählen
Zwei Grössen sagen fast alles über die Verlinkungsstruktur. Erstens: Wie viele Seiten haben null oder genau einen eingehenden internen Verweis. Zweitens: Wie viele Klicks von der Startseite braucht die am tiefsten liegende Seite.
Beide lassen sich automatisch aus dem gebauten Seitenbestand ermitteln. Beide sollten in einem Prüfprogramm stehen, das bei jedem Bau läuft.
Ein sinnvoller Zielwert für die erste Grösse ist null — keine Seite mit weniger als zwei eingehenden Verweisen. Für die zweite Grösse sind drei bis vier Klicks eine brauchbare Obergrenze.
Warum Verzeichnisseiten allein nicht genügen
Der übliche Aufbau verlinkt alle Detailseiten von einer Übersicht. Damit hat jede Detailseite genau einen eingehenden Verweis, und bei paginierten Übersichten liegen spätere Seiten sehr tief.
Belastbarer ist ein Netz: Jede Detailseite verweist auf verwandte Detailseiten. Das erhöht die Zahl der Verweise, senkt die Klicktiefe und ist gleichzeitig für Leserinnen nützlich.
Bei programmatisch erzeugten Seiten lässt sich das gut lösen — etwa indem jede Seite deterministisch auf drei Nachbarn im selben Cluster verweist. Diese Regel ist wenige Zeilen Code und behebt den häufigsten strukturellen Mangel dauerhaft.
Verweistexte
Ein Verweistext sollte beschreiben, was auf der Zielseite steht. Formulierungen wie hier oder mehr erfahren transportieren nichts.
Gleichzeitig sollte derselbe Verweistext nicht überall identisch sein. Ein natürlich variierender Text, der die Zielseite jeweils im passenden Zusammenhang beschreibt, wirkt besser als ein durchgängig identischer.
Verweise im Fliesstext
Ein Verweis mitten im Text wirkt stärker als einer in einer Liste am Seitenende, und er wird häufiger geklickt. Automatisch erzeugte Verweislisten sind besser als nichts, ersetzen aber die redaktionelle Verlinkung nicht.
Praktisch heisst das: Wenn ein Artikel ein Thema streift, das anderswo behandelt wird, gehört dort ein Verweis hin — an der Stelle, an der die Frage entsteht.
Der Punkt, der beim Wachsen verloren geht
Neue Seiten werden verlinkt, alte nicht nachgezogen. Ein Artikel von vor zwei Jahren, der ein Thema behandelt, das inzwischen eine eigene Seite hat, verweist nicht darauf.
Der Aufwand, das nachzuholen, wächst mit dem Bestand. Sinnvoll ist deshalb ein Vorgehen beim Anlegen neuer Seiten: prüfen, welche bestehenden Seiten dieses Thema streifen, und dort einen Verweis ergänzen. Das sind wenige Minuten je neuer Seite und verhindert, dass die Struktur mit der Zeit auseinanderfällt.

