Keyword-Recherche für deutschsprachige Märkte ist keine übersetzte englische Recherche. Deutsch bildet lange zusammengesetzte Wörter, dasselbe Konzept heisst in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich unterschiedlich, und die Suchvolumen sind ein Bruchteil der englischen — jede Seite muss deshalb mehr leisten. Hier sind die Muster, die wir bei der Recherche für DACH-Websites einsetzen, auch für unsere eigenen.
Zusammengesetzte Wörter verändern alles
Deutsch klebt Wörter zusammen: «Projektmanagementsoftware», «Datenschutzerklärung», «Zeiterfassungsapp». Suchende verwenden sowohl die zusammengesetzte als auch die getrennte Form — «Projektmanagement Software» — und manchmal eine Variante mit Bindestrich. Suchmaschinen verstehen vieles davon, aber nicht alles, und Werkzeuge zeigen die Varianten oft einzeln mit kleinen Volumen. Behandeln Sie die Varianten eines Begriffs als ein Thema, wählen Sie die häufigste Schreibweise für Titel und Überschriften und verwenden Sie die anderen natürlich im Text.
Schweiz, Deutschland und Österreich sind verschiedene Märkte
Dasselbe heisst je nach Land oft anders. In der Schweiz sucht man «Velo», in Deutschland «Fahrrad»; Schweizer Nutzer suchen eine «Offerte», wo in Deutschland nach einem «Angebot» gesucht wird. Rechtsbegriffe unterscheiden sich grundlegend: «revDSG» in der Schweiz, «DSGVO» in Deutschland und Österreich, «Treuhand» in der Schweiz, «Steuerberater» in Deutschland. Recherchieren Sie jeden Zielmarkt getrennt, mit dem jeweiligen Land als Standort, und gehen Sie nicht davon aus, dass ein deutsches Keyword-Set für Schweizer Kundschaft funktioniert.
Eszett und ss
Das Schweizer Hochdeutsch verwendet kein Eszett, sondern schreibt «ss». Eine Schweizer Website schreibt deshalb «Strasse», «gross» und «Massnahme», und Schweizer Nutzer suchen so. Suchmaschinen behandeln beide Schreibweisen meist gleich, aber Titel und Texte mit Eszett wirken für Schweizer Leser fremd und senken die Klickrate. Bei Websites für die Schweiz und Deutschland wird pro Seite entschieden, welchen Markt sie bedient.
Suchintention pro Markt
Das Volumen ist nur die halbe Wahrheit. «Website erstellen lassen» zeigt kommerzielle Absicht — jemand will beauftragen —, während «Website erstellen» oft Selbermachen bedeutet. «Was kostet eine Website» ist Recherche mit Kaufabsicht. Schauen Sie sich für jedes Keyword die aktuellen Suchergebnisse an: Zeigt die erste Seite Werkzeuge und Anleitungen, hat eine Leistungsseite es schwer; zeigt sie Agenturen und Preisratgeber, passt sie. Die passende Intention ist wichtiger als die höchste Zahl.
Kleine Volumen, viele Seiten
Die meisten B2B-Keywords im deutschsprachigen Raum haben geringe ausgewiesene Volumen. Das ist kein Grund, sie zu ignorieren: Ein Keyword mit wenigen Dutzend Suchen im Monat und klarer Kaufabsicht kann mehr wert sein als ein breiter Begriff mit Tausenden. Die praktische Folge: viele präzise Seiten — eine pro Leistung, Anwendungsfall, Frage oder Region — statt einer breiten Seite, die für alles ranken soll.
Werkzeuge und ihre Grenzen
Keyword-Werkzeuge helfen, Varianten und verwandte Fragen zu finden, aber ihre Volumen für deutsche Long-Tail-Begriffe sind grobe Schätzungen. Die Google Search Console ist die verlässlichste Quelle, sobald eine Website etwas Sichtbarkeit hat: Sie zeigt die Suchanfragen, die tatsächlich Impressionen bringen, darunter viele, die kein Werkzeug kennt. Autovervollständigung, die Box «Ähnliche Fragen» und die Fragen, die Kunden im Verkaufsgespräch stellen, schliessen die Lücken.
Sie oder du
Deutsch unterscheidet das förmliche «Sie» vom informellen «du». B2B-Zielgruppen im DACH-Raum erwarten in der Regel «Sie»; manche Konsumentenmarken und Startups setzen bewusst auf «du». Die Wahl prägt, wie Seiten wirken und wie Fragen formuliert werden. Entscheiden Sie einmal und halten Sie es in Titeln, Texten und strukturierten Daten durch.
Von der Recherche zur Seitenstruktur
Das Ergebnis einer Keyword-Recherche ist ein Seitenplan, keine Tabelle. Gruppieren Sie Keywords nach Intention und Thema, ordnen Sie jeder Seite ein Hauptthema zu und verteilen Sie unterstützende Fragen auf Abschnitte und FAQ dieser Seite. Vermeiden Sie zwei Seiten, die um dieselbe Intention konkurrieren; wenn das passiert, führen Sie sie zusammen. Bei mehrsprachigen Websites werden Sprachfassungen nur dort mit hreflang verknüpft, wo es eine echte Entsprechung gibt.
KI-Suche verändert die Fragen
KI-Assistenten und KI-Übersichten in Suchmaschinen beantworten deutsche Fragen zunehmend direkt. Zitiert werden Seiten, die eine konkrete Frage in einem kurzen Absatz klar beantworten, präzise Begriffe verwenden und von einem erkennbaren Anbieter stammen. Für die Recherche heisst das: mehr Aufmerksamkeit für vollständige Fragen — «Brauche ich eine Datenschutzerklärung für meine Website?» — und weniger für isolierte Kopfbegriffe.
Eine praktische Checkliste
- Jedes Land getrennt recherchieren, mit richtigem Standort und richtiger Schreibweise.
- Zusammengesetzte und getrennte Varianten als ein Thema behandeln.
- Für Schweizer Seiten «ss» verwenden.
- Vor der Entscheidung die Suchergebnisse auf Intention prüfen.
- Eine Seite pro Intention planen und interne Konkurrenz vermeiden.
- Den Plan mit Search-Console-Daten verfeinern, sobald Seiten live sind.
Innopulse baut Websites und Inhaltsstrukturen für den DACH-Markt und wendet diese Muster auf die eigenen Websites an, die ohne bezahlte Werbung wachsen.

