In vielen Familienvermögen liegt ein erheblicher Teil ausserhalb der Banken. Das Familienunternehmen, Immobilien im In- und Ausland, Beteiligungen an Start-ups, ein Darlehen an ein Familienmitglied, eine Kunstsammlung. Diese Werte sind oft die bedeutendsten — und die am schlechtesten dokumentierten.
Warum sie die Gesamtsicht verzerren
Bankdepots liefern täglich Kurse und regelmässig Auszüge. Nicht bankfähige Werte liefern nichts von selbst. Wer nur bankfähige Werte konsolidiert, zeigt ein Vermögen, das je nach Familie um einen grossen Teil zu tief liegt. Wer sie mit einem alten Wert führt, zeigt eine Zahl, die präzise aussieht und veraltet ist. Beide Fehler sind verbreitet.
Bewertung mit Datum und Methode
Für jeden nicht bankfähigen Wert gehören drei Angaben zusammen: der Wert, das Bewertungsdatum und die Methode. Bei Immobilien etwa eine Schätzung oder der Steuerwert, bei Beteiligungen die letzte Finanzierungsrunde, ein Multiplikator oder der Buchwert, bei Kunst eine Expertise oder der Versicherungswert. Entscheidend ist nicht die perfekte Zahl, sondern die nachvollziehbare. Ein Bericht, der zeigt, welcher Wert wie alt ist, ist ehrlicher als einer, der alles gleich präzise erscheinen lässt.
Struktur und Eigentum
Nicht bankfähige Werte werden oft über Gesellschaften gehalten: eine Immobiliengesellschaft, eine Beteiligungsholding. Für die Gesamtsicht ist deshalb die Look-through-Konsolidierung nötig, inklusive der Schulden, die auf diesen Gesellschaften lasten. Eine Immobilie ohne die zugehörige Hypothek ist kein Vermögenswert, sondern eine halbe Information.
Bedeutung für Compliance
Bei der Abklärung der Herkunft des Vermögens spielen nicht bankfähige Werte eine grosse Rolle: Das Familienunternehmen ist oft die Quelle des Vermögens, ein Unternehmensverkauf der Grund für einen grossen Zufluss. Gleichzeitig sind sie schwerer zu belegen, weil keine Bank bestätigt. Eine saubere Dokumentation mit Verträgen und Bewertungen erleichtert beide Aufgaben.
Laufende Pflege
Bewertungen veralten. Eine sinnvolle Praxis legt pro Kategorie fest, wie oft neu bewertet wird, und macht überfällige Bewertungen sichtbar. Ein regelmässiger Datenabgleich, der veraltete Bewertungen als Problem meldet, verhindert, dass ein fünf Jahre alter Schätzwert unbemerkt in den Monatsbericht wandert.
