Die Depotbank ist die Stelle, an der Vermögen tatsächlich liegt. Sie verwahrt Wertschriften, führt Konten, wickelt Käufe und Verkäufe ab, zieht Erträge ein und erstellt Auszüge. Für Family Offices ist sie gleichzeitig Partnerin und Datenquelle: Was die Bank meldet, ist die Grundlage jeder Vermögensaussage.
Depotbank und Vermögensverwalter
Im Schweizer Modell des unabhängigen Vermögensverwalters bleibt der Kunde Vertragspartner der Bank. Der Verwalter erhält eine Verwaltungsvollmacht, die ihn zu Anlageentscheiden berechtigt, aber nicht zum Abzug von Vermögen. Diese Trennung schützt den Kunden. Sie bedeutet auch, dass Bank und Verwalter je eigene Sorgfaltspflichten erfüllen und je eigene Unterlagen verlangen.
Mehrere Banken, ein Bild
Vermögende Familien verteilen ihr Vermögen meist bewusst auf mehrere Banken, aus Gründen der Risikoverteilung, der Länder oder der Spezialisierung. Für die Verwaltung entsteht daraus die zentrale Aufgabe, aus mehreren Quellen ein konsistentes Gesamtbild zu machen: unterschiedliche Auszugsformate, Stichtage, Bewertungskurse und Bezeichnungen für dasselbe Wertpapier.
Datenformate
Banken liefern Daten in unterschiedlicher Form: als PDF-Auszug, als Datei zum Import oder über elektronische Schnittstellen. Verbreitet sind ISO-20022-Nachrichten wie camt.053 für Kontoauszüge und SWIFT-Formate wie MT535 für Depotbestände; manche Häuser bieten eigene Schnittstellen oder arbeiten mit Aggregatoren. Je strukturierter die Daten, desto weniger Handarbeit, aber jede Quelle braucht eine Zuordnung und eine Prüfung auf Duplikate.
Abgleich
Die Zahlen der Bank sind die Referenz, aber nicht unfehlbar, und die eigene Buchführung ist es auch nicht. Deshalb gehört ein regelmässiger Abgleich zwischen Bankdaten und eigener Aufzeichnung zum Pflichtprogramm: Positionen, Bargeld, Transaktionen, Kurse. Differenzen werden nach Schwere sortiert und geklärt, bevor ein Bericht an die Familie geht.
Was ausserhalb der Bank liegt
Nicht alles Vermögen liegt bei einer Depotbank. Immobilien, Direktbeteiligungen, Darlehen und Kunst haben keinen Custodian, der einen Auszug liefert. Für eine vollständige Sicht müssen diese nicht bankfähigen Werte mit eigener Bewertung in dasselbe Mandat einfliessen wie die Bankdaten.
