FLIORE ist Innopulses Plattform für den operativen Betrieb von Family Offices, Treuhandmandaten und unabhängiger Vermögensverwaltung. Der Anspruch steckt im Namen: ein Operating System, kein Reporting-Werkzeug. Das Produkt befindet sich im Beta-Betrieb, ist produktiv im Einsatz und wird laufend erweitert; einzelne Funktionen sind noch in Arbeit — das steht auch auf der Produktseite selbst so.
Warum Reporting nicht der Engpass ist
Der Markt für Family-Office-Software ist gut besetzt, wenn es um Konsolidierung und Berichte geht. Genau dort liegt aber nicht der Engpass. Die Zeit eines Family Office geht für anderes drauf: für die Pflege von Mandats- und Beteiligungsstrukturen, für die Ermittlung und Dokumentation der wirtschaftlich Berechtigten, für periodische KYC-Überprüfungen und deren Nachweisbarkeit, für die Suche nach dem richtigen Dokument in der richtigen Version, für Fristen und für die Fakturierung. Diese Arbeit findet in den meisten Boutique-Strukturen bis heute in Tabellenkalkulationen, Mailordnern und geteilten Laufwerken statt. FLIORE ist für diesen Teil gebaut — und liefert das Reporting darüber hinaus mit.
Mandate, Strukturen und Look-through
Im Zentrum steht das Mandat. Ein Mandat bündelt Personen, Gesellschaften, Trusts und Stiftungen zu einer Struktur, und diese Strukturen sind untereinander verknüpfbar. Daraus ergibt sich die Look-through-Konsolidierung: Das Vermögen wird nicht nur auf Ebene der direkt gehaltenen Positionen sichtbar, sondern durch die Beteiligungsebenen hindurch. Für Strukturen mit Zwischengesellschaften, Trusts oder mehreren Entitäten pro Familie ist das der Unterschied zwischen einer Zahl, die stimmt, und einer Zahl, die plausibel aussieht. Aktiven, Passiven und Konten werden über Strukturen und Währungen hinweg zusammengeführt.
Wirtschaftlich Berechtigte über Jurisdiktionen hinweg
Die Ermittlung der wirtschaftlich Berechtigten ist der Punkt, an dem grenzüberschreitende Mandate anspruchsvoll werden, weil die massgeblichen Schwellen je nach Jurisdiktion auseinanderlaufen. FLIORE beurteilt jeden wirtschaftlich Berechtigten nach den Regeln seiner eigenen Jurisdiktion — unter anderem der 25-Prozent-Schwelle der EU, 10 Prozent in Indien, 5 Prozent in Südafrika, dem Schweizer Regime sowie dem US Corporate Transparency Act. Pro Mandat zeigt die Plattform, wer meldepflichtig ist, wer als politisch exponierte Person erhöhte Sorgfalt erfordert und welche Überprüfungen fällig sind. Das ist Entscheidungsunterstützung für die verantwortliche Compliance-Funktion, keine Rechtsberatung.
KYC, periodische Kontrollen und Audit-Trail
Onboarding ist der leichtere Teil; die Last liegt in den periodischen Überprüfungen und darin, sie belegen zu können. FLIORE führt Onboarding, wiederkehrende Kontrollen und deren Nachweise in einem Ablauf zusammen und schreibt einen durchgehenden Audit-Trail. Fällige Überprüfungen werden pro Mandat sichtbar, statt in einer separaten Fristenliste zu leben, die jemand pflegen muss. Für eine Aufsichts- oder Revisionsprüfung ist der Unterschied erheblich: Nicht die durchgeführte Kontrolle zählt, sondern die dokumentierte.
Dokumenten-Tresor
Der Dokumenten-Tresor ist verschlüsselt, versioniert und mandatsgebunden. Eingehende Dokumente werden KI-gestützt zugeordnet, sodass die Ablage nicht an der Disziplin einzelner Personen hängt. Der Kundenzugriff ist selektiv steuerbar: Ein Mandant sieht, was für ihn freigegeben ist, über einen sauberen Zugang statt über E-Mail-Anhänge. Verschlüsselte Nachrichten gehören zum selben Bereich, sodass die Kommunikation zum Mandat und nicht in ein separates Postfach wandert.
FLIORE AI — mandatsbewusst und belegpflichtig
Der KI-Assistent beantwortet Fragen ausschliesslich aus den Daten des jeweiligen Mandats und gibt seine Quellen an. Auf Kundendaten wird nicht trainiert. Die Nutzung läuft über ein transparentes Guthabensystem. Diese drei Eigenschaften — Mandatsbindung, Quellenangabe, kein Training — sind in einem regulierten Umfeld keine Feinheiten, sondern die Bedingung dafür, dass ein KI-Assistent überhaupt einsetzbar ist. Der Assistent ist Unterstützung, nicht Autopilot.
Netzwerk-Verifikation und Agent-Trust-Layer
Zwei Funktionen zielen auf die kommende Arbeitsweise dieser Branche. Die Netzwerk-Verifikation erlaubt es, einen wirtschaftlich Berechtigten einmal zu verifizieren und diese Verifikation mit Einwilligung im FLIORE-Netzwerk anerkennen zu lassen — bei absolut bleibender Mandantentrennung. Der Agent-Trust-Layer stellt für KI-Agenten, die auf einem Mandat handeln, ein Mandat mit begrenztem Umfang, zeitlicher Befristung und vollständiger Protokollierung bereit. Beides sind Antworten auf Fragen, die in der Vermögensverwaltung gerade erst gestellt werden.
Berichte, Datenqualität, Fakturierung, Tax-Lots
Das Monatsreporting erzeugt pro Mandat druckfertige, white-label Vermögensberichte, mehrsprachig und in der Berichtswährung. Damit diese Berichte tragen, arbeitet FLIORE mit einem Datenqualitäts-Abgleich, der die Probleme sichtbar macht, die Zahlen still verfälschen: fehlende Devisenkurse, veraltete Bewertungen, Feed-Fehler — nach Schweregrad sortiert. Die Fakturierung deckt Kundenrechnungen mit MWST pro Rechnung, flexiblen Empfängern, Schweizer QR-Referenz und einem Mahnlauf ab. Die Tax-Lot-Rechnung führt Kauflose und realisierte Gewinne pro Position nach FIFO, LIFO, HIFO oder Durchschnittsmethode — berechnet aus den eigenen Transaktionen. Bank-Feeds laufen über eine Anbieterschicht mit Dateiimport und, wo konfiguriert, Aggregatoren, inklusive automatischer Duplikatserkennung.
Migration statt Neuanfang
Der häufigste Grund, warum eine bessere Plattform nicht eingeführt wird, ist die Angst vor der Migration. FLIORE nennt dafür einen konkreten Weg: Wer heute auf Asora, Kubera, Addepar oder Altoo arbeitet — oder in Tabellenkalkulationen — exportiert eine CSV, und FLIORE ordnet die Spalten automatisch zu. Entitäten werden zu Mandaten, Positionen zu Aktiven. Die meisten Teams sind am selben Tag arbeitsfähig. Welches Werkzeug im Einzelfall die bessere Wahl ist, hängt vom Mandatsprofil ab; wer primär Reporting für gross-institutionelle Portfolios braucht, ist bei einem darauf spezialisierten Anbieter unter Umständen besser bedient.
Datenhaltung, Isolation und Sicherheit
Datenbank und Dokumente liegen in der Schweiz, im Raum Zürich. Die Mandantentrennung ist auf Datenbankebene über Row Level Security umgesetzt, nicht nur in der Anwendungslogik — das ist die härtere Variante, weil sie auch dann trägt, wenn im Anwendungscode ein Filter vergessen wird. Zwei-Faktor-Authentifizierung lässt sich organisationsweit erzwingen. Auf Kundendaten werden keine Modelle trainiert. Für ein Produkt, das Vermögens-, Struktur- und Personendaten vermögender Familien führt, ist diese Architektur die Grundlage und nicht ein Verkaufsargument.
Für wen FLIORE gebaut ist
FLIORE richtet sich an Single und Multi Family Offices, Treuhänder und Trust-Anbieter sowie unabhängige Vermögensverwalter — und besonders an Boutique-Strukturen, die heute in Tabellen arbeiten und Operations, Compliance und Konsolidierung an einem Ort brauchen. FLIORE ist ein Produkt der Innopulse Consulting GmbH, Zug.
