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Innopulse Consulting
Kanzlei & Treuhand

Was ist ein Interessenkonflikt in Kanzlei und Treuhand?

Kurzdefinition

Ein Interessenkonflikt liegt vor, wenn eine Berufsperson die Interessen ihrer Mandantin nicht unabhängig wahrnehmen kann, weil eigene Interessen oder die eines anderen Mandanten entgegenstehen. Für Anwältinnen und Anwälte verlangt Art. 12 lit. c BGFA, jeden solchen Konflikt zu meiden. Kanzleien prüfen deshalb vor jeder Mandatsannahme systematisch auf Konflikte.

Mandantinnen vertrauen darauf, dass ihre Interessen ungeteilt vertreten werden. Ein Interessenkonflikt untergräbt dieses Vertrauen und kann ein Mandat unmöglich machen. Für Anwältinnen und Anwälte ist die Vermeidung von Konflikten deshalb eine zentrale Berufspflicht.

Die gesetzliche Pflicht

Nach Art. 12 lit. c des Anwaltsgesetzes meiden Anwältinnen und Anwälte jeden Konflikt zwischen den Interessen ihrer Klientschaft und den Personen, mit denen sie geschäftlich oder privat in Beziehung stehen. Die Pflicht gilt auch innerhalb einer Kanzlei: Was ein Partner nicht übernehmen dürfte, darf in der Regel auch die Kanzlei nicht übernehmen. Für Treuhänder und Berater ergeben sich vergleichbare Pflichten aus dem Auftragsrecht, das eine getreue Ausführung im Interesse der Auftraggeberin verlangt.

Typische Konstellationen

Die Vertretung beider Seiten in derselben Sache, die Vertretung gegen einen bestehenden oder früheren Mandanten in einer verwandten Angelegenheit, eigene wirtschaftliche Interessen am Ausgang eines Mandats, persönliche Beziehungen zur Gegenseite oder Informationen aus einem früheren Mandat, die in einem neuen Mandat gegen den früheren Mandanten verwendet werden könnten.

Systematische Konfliktprüfung

Vor jeder Mandatsannahme wird geprüft, ob die Mandantin, die Gegenparteien und weitere Beteiligte bereits in früheren oder laufenden Mandaten vorkommen. Voraussetzung ist eine sauber geführte Mandats- und Parteiendatenbank mit einheitlichen Namen und Verknüpfungen. Moderne Kanzleisoftware unterstützt die Suche; die Beurteilung bleibt eine fachliche Entscheidung.

Dokumentieren

Ergebnis und Begründung der Konfliktprüfung gehören in die Mandatsakte, besonders wenn ein Mandat trotz einer Berührung angenommen wird, etwa mit Zustimmung aller Beteiligten, soweit das zulässig ist. Eine dokumentierte Prüfung schützt im Streitfall und zeigt, dass die Pflicht ernst genommen wurde.

Bezug zu Daten und Systemen

Eine Konfliktprüfung ist nur so gut wie die Daten, auf denen sie beruht. Dubletten, uneinheitliche Schreibweisen von Firmen und fehlende Verknüpfungen zu Organen und wirtschaftlich Berechtigten führen zu übersehenen Konflikten. Die Grundlagen sauberer Stammdaten beschreibt der Eintrag zum Mandatsvertrag im Zusammenhang mit der digitalen Mandatsführung.

Quellen und Grundlagen

Rechtsstand Oktober 2026. Keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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