Die Anti-Money Laundering Authority, kurz AMLA, ist das institutionelle Herzstück des EU-Geldwäschereipakets von 2024. Bis dahin lag die Aufsicht vollständig bei den Mitgliedstaaten, mit entsprechend unterschiedlicher Strenge. Die AMLA soll diese Unterschiede verringern und dort selbst aufsichtführend eingreifen, wo grenzüberschreitende Risiken am grössten sind.
Rechtsgrundlage und Sitz
Die Behörde beruht auf der Verordnung (EU) 2024/1620 und hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Sie hat ihre Tätigkeit 2025 aufgenommen und baut ihre Organisation schrittweise auf. Sie ist Teil eines Pakets mit der Geldwäschereiverordnung AMLR und der sechsten Geldwäschereirichtlinie.
Aufgaben
Die AMLA koordiniert und überwacht die nationalen Aufsichtsbehörden im Finanzsektor, unterstützt die Zusammenarbeit der nationalen Meldestellen, erarbeitet technische Standards und Leitlinien und soll ab 2028 eine begrenzte Zahl von Kredit- und Finanzinstituten mit hohem grenzüberschreitendem Risiko direkt beaufsichtigen. Für den Nichtfinanzsektor, zu dem etwa Treuhänder und Rechtsberufe gehören, hat sie eine koordinierende, keine direkt aufsichtführende Rolle.
Warum das die Schweiz betrifft
Die Schweiz ist nicht Mitglied der EU, und die AMLA hat hier keine Befugnisse. Mittelbar wirkt sie trotzdem. Banken und Finanzinstitute in der EU, mit denen Schweizer Family Offices und Vermögensverwalter zusammenarbeiten, setzen die Standards um, die unter der AMLA entstehen, und verlangen von ihren Gegenparteien entsprechende Unterlagen. Strukturen mit Gesellschaften in der EU unterliegen ohnehin dem EU-Recht. Wer grenzüberschreitend arbeitet, merkt die AMLA zuerst an den Fragen der Gegenpartei.
Was sich praktisch ändert
Für den Alltag zählen weniger die Organigramme als die Standards. Technische Regulierungsstandards zu Kundensorgfalt, wirtschaftlich Berechtigten und Risikoeinstufung werden in der EU einheitlicher. Das reduziert Spielraum bei den Gegenparteien und erhöht die Erwartung an Dokumentation. Für Family Offices mit EU-Bezug lohnt es sich deshalb, die eigenen Abläufe am risikobasierten Ansatz und an sauber belegten verstärkten Sorgfaltspflichten auszurichten, bevor eine Bank danach fragt.
Einordnung
Die AMLA ist keine Behörde, mit der eine Schweizer Boutique direkt zu tun haben wird. Sie ist der Grund, warum sich die Fragen der europäischen Gegenparteien in den nächsten Jahren angleichen und verschärfen. Unser Beitrag zur EU-AMLR ab 2027 beschreibt, was das konkret bedeutet.
