Der Trust ist in Familienvermögen verbreitet, auch bei Familien ohne angelsächsischen Bezug. Er trennt rechtliches Eigentum und wirtschaftlichen Nutzen: Der Trustee hält das Vermögen formell, aber nicht für sich, sondern für die Begünstigten. Diese Trennung macht den Trust für Nachfolge und Vermögensschutz attraktiv — und für die Sorgfaltspflichten anspruchsvoll.
Die Rollen
Der Settlor errichtet den Trust und überträgt das Vermögen. Der Trustee verwaltet es nach der Trusturkunde und den treuhänderischen Pflichten. Die Begünstigten erhalten Ausschüttungen oder haben Anwartschaften, je nach Ausgestaltung fest bestimmt oder im Ermessen des Trustees. Häufig gibt es einen Protector, der bestimmte Entscheidungen des Trustees genehmigen oder ihn absetzen kann. Begleitend hält ein Letter of Wishes die Vorstellungen des Settlors fest, ohne rechtlich bindend zu sein.
Trusts in der Schweiz
Das Schweizer Recht kennt keinen eigenen Trust. Die Schweiz anerkennt aber ausländische Trusts über das Haager Übereinkommen über das auf Trusts anzuwendende Recht und über ihre Anerkennung, das für sie seit dem 1. Juli 2007 gilt. Professionelle Trustees mit Sitz in der Schweiz brauchen seit dem Finanzinstitutsgesetz eine Bewilligung der FINMA und unterstehen, wie unabhängige Vermögensverwalter, einer Aufsichtsorganisation.
Wer bei einem Trust wirtschaftlich berechtigt ist
Bei einem Trust gibt es nicht eine Antwort, sondern mehrere. Nach den internationalen Standards sind Settlor, Trustee, Protector, die Begünstigten oder bei Ermessens-Trusts die Kategorie der Begünstigten sowie jede andere Person mit tatsächlicher Kontrolle festzustellen. In der Schweizer Praxis hält Formular T diese Angaben fest, als Gegenstück zu Formular A. Wer nur nach einer einzigen Person sucht, verfehlt die Struktur.
Trust und TJPG
Das seit Oktober 2026 geltende TJPG knüpft an juristische Personen an, und ein Trust ist keine. Meldepflichtig sind die Gesellschaften, die vom Gesetz erfasst sind, auch wenn sie von einem Trust gehalten werden. Wie die Kontrolle in solchen Fällen zu melden ist, regeln Gesetz und Verordnung; die Fallbeispiele des Bundesamts für Justiz helfen bei der Einordnung.
Operative Folgen
Ein Trust bringt eigene Dokumente, eigene Entscheidungswege und eigene Fristen mit sich: Trustee-Beschlüsse, Ausschüttungen, Berichte an Begünstigte, Rechnungslegung. In der Gesamtsicht eines Family Office ist er eine Ebene in der Struktur, oft über Sitzgesellschaften mit den Vermögenswerten verbunden. Die Konsolidierung muss durch diese Ebenen hindurchsehen, und die Rollen der beteiligten Personen müssen pro Trust aktuell sein. Vergleichbare Fragen stellen sich bei der Familienstiftung.
